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"Das Leben ist ein vorübergehender Zustand"

Gelesen von Buchentdecker Heidi Kiesel, Unterspiesheim

Gabriele von Arnim, „Das Leben ist ein vorübergehender Zustand“ 

Autorin 1946 in Hamburg geboren, lebte lange in USA. Rückkehr nach Deutschland 1983. Tätig als freie Journalistin, Buchautorin, Moderatorin in Hörfunk- und Fernsehanstalten (Arte, SWR).

Das Buch ist autobiografisch, die Autorin beschreibt als Ich-Erzählerin zehn Jahre, in denen sie Ihren schwer kranken Mann im eigenen Hause pflegte. Nach 2 Schlaganfällen und vielen diversen Komplikationen ist er bewegungsunfähig, kann nicht sprechen, ist aber hellwach im Kopf.

Besonders tragisch fand ich die Aussage, dass sie sich eigentlich von ihrem Mann trennen wollte. Am Tag, als sie vorhatte, ihm das zu sagen, ereilte Ihn der 1. Schlaganfall. Wie in solch einer Situation mit diesem Schicksalsschlag umgehen? Unvorstellbar. Doch sie nimmt die Herausforderung an wächst langsam in die Rolle der Pflegenden hinein.

Das Buch ist sehr lebendig und ehrlich erzählt, es hat mich sehr beeindruckt. Die Pflegesituation, in die sie als Ehefrau gerät, wird intensiv dargestellt. Sie beschreibt eindrücklich ihre Gefühlslage, ihre Alpträume, ihre Befürchtungen, ja auch ihre Wut. Doch es gibt auch Hoffnung, Zuversicht und gegenseitige Hinwendung.

 Die Schilderungen der alltäglichen Situationen und Schwierigkeiten, die eine solche Pflegesituation mit sich bringt, haben mich sehr betroffen. Die Autorin als Ehefrau ist gefordert „mit Haut und Haaren“. Ihr eigenes Leben tritt erstmal in den Hintergrund.  Doch das Ehepaar findet sich auch in gewisser Weise wieder, in erneuter Zuwendung und Liebe. Sie erleben in dieser Zeit auch glückliche Momente, die die Autorin poetisch und empfindsam beschreibt.

Fazit: Ein Buch mit Tiefgang und Gedankenreichtum. Kein leichtes Thema, aber sehr gut lesbar erzählt.

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